Atemtherapie
Der Atemrhythmus eines jeden Menschen ist ganz individuell und reagiert als erstes auf körperliche oder seelische Anspannungen. So entwickelt jeder von uns im Laufe seines Lebens sein ganz eigenes Atemmuster. Der Atem ist also wie die ureigene Landkarte, geprägt von Erfahrungen und Erlebnissen.
Im Vordergrund meiner Arbeit steht die Schulung der Wahrnehmung, die Hinwendung zum inneren Erleben. Über diesen Weg bildet sich der Zugang zum leiblichen Wissen und zu der in jedem Menschen innewohnenden Lebenskraft. Durch das Entfalten und Erkennen der eigenen Potentiale können Probleme des Alltags besser bewältigt werden, da die innere Sicherheit und die Basis wächst, auch schmerzhafte Gefühle ertragen und integrieren zu können.
In der Einzelstunde (Dauer 50 bis 60 Minuten) wird in der Regel am liegenden Klienten gearbeitet, der Atem wird über die Hände der Behandlerin deutlich gemacht, begleitet, vertieft. Unbewusste Leibräume werden durch die Anwesenheit, die Sammlung beider Beteiligten neu erfahren, so dass sich Atembewegung ausbreiten kann. Ziel ist es, sich als Ganzes, als Einheit von Körper, Geist und Seele mit seinen Schattenseiten zu akzeptieren. Der Atem ist somit ein direkter, ganzheitlicher Weg, etwas für das körperliche und seelische Gleichgewicht zu tun.
Da der Atem an allen Aufgaben des Organismus teilnimmt, kann die Arbeit bei körperlichen Symptomen helfen (z.B. Atembeschwerden, Verspannungen, Schmerzen des Bewegungs- apparates, Migräne) sowie auch bei allen psycho-somatischen Beschwerden. Sie bietet aber auch einen Weg, der über das körperliche Gesunden hinaus zu intensiver Selbsterfahrung führen kann.
"Atem wahrnehmen - Atem wirken lassen - Atem gestalten. Die Wahrnehmung wird in den Körper hinein vertieft, bis sie fähig ist, den unbewussten Atemprozessen zu folgen. Während das Ein - Aus der rhythmischen Atembewegung zurücktritt, nimmt das Bewusstsein für Augenblicke teil am Atemaustausch der Zellen. Es kann zuschauen, wie die Natur atmet, ohne sie zu stören. Wenn wir den Atem wirken lassen, statt auf ihn einzuwirken, öffnet er den Zugang zu den selbstheilenden Kräften. Sie kommen aus einer Tiefenschicht, in der Körper und Seele noch nicht voneinander getrennt sind. Dem Atem zu folgen, führt in einen ebenso körperlichen wie psychischen Gestaltungs- prozess, der die Person als Ganzes erfasst."(Irmela Halstenbach)
In der Gruppe sitzen wir in der Atem-Stille, nehmen auch hier die Wahrnehmung nach innen, um das innere Wissen zu erfahren und sich dem inneren Geschehen zu überlassen. Je nach Vorerfahrung arbeite ich u.U. auch mit Bewegung und/oder Tönen. Die verbale Begleitung orientiert sich am Gruppenprozess.
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© 06/2004 by Gabriele Nordmann